Journal
- Sibylle Egelkamp
Was KI mit meinem Job gemacht hat. Und warum ich das eigentlich gut finde.
Das Internet fragt gerade kollektiv: Sind Designerinnen bald überflüssig? Als Freelance Grafikdesignerin in Berlin stelle ich mir diese Frage auch manchmal. Aber ich glaube, sie ist falsch gestellt.
Vom Logo bauen zum Mitdenken
Lange war die Rolle einer Grafikdesignerin relativ klar. Jemand hat eine Vorstellung, du setzt sie um. Du beherrschst die Programme, du kennst die Formate, du lieferst die Datei. Je schneller und sauberer, desto besser. Das war der Job.
Das stimmt so nicht mehr. Nicht weil Designerinnen schlechter geworden wären, sondern weil KI vieles von dem, was früher handwerkliches Können war, inzwischen in Minuten erledigt. Ein Logo technisch erstellen, Bilder bearbeiten, Farben abstimmen. Das geht schneller als je zuvor und günstiger als ich es je sein werde.
Was KI aber nicht kann, ist zu verstehen, warum ein Retreat in der Hotellerie sich anders anfühlen soll als das Hotel nebenan. Oder was eine Architektin meint, wenn sie sagt, ihre Marke soll ruhig wirken, aber nicht kalt. Oder welche Geschichte hinter einem Yogastudio steckt, das jemand nach zehn Jahren im Bürojob aufgebaut hat, weil sie gemerkt hat, dass sie so nicht leben will.
Das sind keine Gestaltungsfragen. Das sind Denkfragen. Und genau da verschiebt sich gerade, was die Arbeit einer Freelance Grafikdesignerin in Berlin ausmacht.
Was sich verändert, und was das für dich bedeutet
Ich merke das konkret daran, wie ich Projekte heute angehe. Der Anfang ist nie mehr: Welche Farben magst du? Der Anfang ist: Was soll jemand fühlen, wenn er zum ersten Mal auf deine Seite kommt? Was macht dich anders als die zwanzig anderen, die dasselbe anbieten? Und wie machen wir das sichtbar, ohne dass es aufgesetzt wirkt?
Das ist strategische Arbeit, bevor auch nur eine Linie gezogen wird. Und das ist der Teil, den ich an meiner Arbeit ehrlich gesagt am meisten mag. Nicht das Umsetzen, sondern das Herausfinden.
Was sich außerdem verändert, sind die Ergebnisse, die ich am Ende liefere. Ein fertiges Logo und ein Styleguide reichen nicht mehr. Was Kund:innen heute brauchen, ist auch zu verstehen, wie sie ihre visuelle Identität selbst weiterführen können, mit den Tools, die es gibt. Welche Prompts funktionieren, welche Bildwelt zur Marke passt, wie man konsistent bleibt, ohne jedes Mal eine Designerin zu beauftragen. Mehr dazu, wie ich KI-Bildwelten entwickle, habe ich hier schon mal aufgeschrieben. Das gehört für mich inzwischen zum Markenauftritt gestalten dazu.
Warum ich das gut finde
Ich wäre nicht ehrlich, wenn ich sagen würde, dass das alles leicht war zu akzeptieren. Aber je länger ich darüber nachdenke, desto klarer wird mir, dass die Teile meiner Arbeit, die KI übernimmt, nie die waren, die mir wirklich etwas bedeutet haben. Das Gespür für eine Marke, das Gespräch am Anfang, das Gefühl wenn jemand sagt: genau so, das bin ich. Das kann man nicht generieren.
Ich arbeite mit Kund:innen in Berlin, die etwas aufgebaut haben, das ihnen wichtig ist. Ich arbeite mit Kund:innen, die etwas aufgebaut haben, das ihnen wichtig ist. Das ist es, was Freelance Grafikdesign in Berlin für mich bedeutet: keine Aufträge abarbeiten, sondern zusammen herausfinden, was eine Marke wirklich ausmacht. Ob Hotellerie, Lifestyle oder Architektur, der Kern ist fast immer derselbe. Sie wollen, dass man von außen sieht, was sie von innen antreibt. Dabei zu helfen ist keine Dienstleistung. Es ist eine Zusammenarbeit.
Und die wird, glaube ich, nicht weniger gefragt. Sondern mehr.
Du fragst dich, ob deine Marke zeigt, wer du wirklich bist?
Dann ist das wahrscheinlich der richtige Moment, um darüber zu reden. Schau gerne auch auf Instagram vorbei, dort teile ich regelmäßig Einblicke in meine Arbeit.
Freelance Grafikdesign Berlin — Ich gestalte Markenauftritte und Logos für Hotellerie, Lifestyle und Architektur.