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KI kann vieles. Menschlich sein nicht.

Das Internet füllt sich gerade mit Marken, hinter denen kein Mensch steckt. Mit Inhalten, die niemand geschrieben hat. Mit Gesichtern, die niemand kennt. Und je besser das wird, desto dringender wird eine Frage: Woran erkennt man eigentlich noch, wer oder was echt ist?

Francesca und das teure Olivenöl

Es gibt dieses Olivenöl. Kleine Flasche, handgepresst, aus einer Mühle in Apulien. Auf dem Etikett kein Firmenname, kein Logo mit Blättern drauf. Nur: Francesca. Und drei Sätze darüber, warum ihre Familie seit vier Generationen dieselben Bäume erntet und warum sie das Öl nie früher als November abfüllt, weil es dann besser ist, weil sie es so gelernt hat, weil es ihr wichtig ist.

28 Euro. Im Supermarkt nebenan gibt es Olivenöl für 4,99.

Chemisch ist der Unterschied überschaubar, und trotzdem kaufst du Francescas Öl. Nicht weil du ein schlechtes Gewissen hast oder besonders auf Apulien stehst, sondern weil da jemand dahinter steckt. Eine echte Person mit einer echten Geschichte. Du kaufst nicht das Olivenöl, du kaufst das Vertrauen, das ihr Name auf dem Etikett erzeugt.

Ich habe das noch vor ein paar Jahren nicht so klar gesehen. Aber das Internet füllt sich gerade mit Marken, hinter denen kein Mensch steckt, mit Inhalten, die niemand geschrieben hat, mit Gesichtern, hinter denen niemand steht.

KI-Avatare, die Mental-Coaching verkaufen und Ratschläge geben, die klingen wie von jemandem, dem du vertraust. Scroll mal zehn Minuten durch LinkedIn und versuche herauszufinden, was echt ist und was nicht.

Die eigentliche Frage dahinter ist einfach: Wenn alles gleich gut aussieht, wem vertraust du dann noch? Dieselbe Antwort wie beim Olivenöl. Du vertraust der Person, die du kennst oder zumindest spürst.

Setz deinen Namen auf das Etikett

Yogalehrerinnen, Coaches und Studiobesitzer:innen haben gerade einen Vorteil, den kein Algorithmus kopieren kann, nämlich dass sie echt sind. Aber nur, wenn man das auch sieht.

Viele, mit denen ich als Grafikdesignerin zusammenarbeite, haben unglaublich viel zu erzählen. Die Yogalehrerin, die nach zehn Jahren im Corporate Job alles hingeschmissen hat, weil sie gemerkt hat, dass sie so nicht leben will. Der Coach, der selbst durch eine richtig schwere Phase gegangen ist und genau deswegen versteht, wovon er redet. Die Gründerin eines kleinen Retreats, die jeden Raum selbst eingerichtet hat, weil sie wusste, wie sich das Ankommen anfühlen soll.

Diese Geschichten sind Gold wert, und die meisten verstecken sie hinter einem Logo, das genauso aussieht wie das der Konkurrenz, hinter einem Corporate Design, das funktioniert, aber nicht berührt.

Ein Branding zu gestalten heißt für mich nicht, eine schöne Datei zu liefern, sondern rauszufinden, was diese Person, dieses Studio, dieses Konzept wirklich ausmacht, und das dann sichtbar zu machen. Mit der Typografie, in der Farbwelt, im Printdesign, auf der Website, so dass jemand, der zum ersten Mal draufschaut, sofort spürt, dass da jemand steckt, dem es nicht egal ist.

Als Grafikdesignerin in Berlin arbeite ich meistens mit Menschen, die solo unterwegs sind oder ein kleines Team haben, ob Hotellerie, Lifestyle oder Architektur, und das Thema ist fast immer dasselbe: Die Marke zeigt noch nicht, was dahinter steckt.

Wenn ich eine visuelle Identität entwickle, fange ich deshalb nicht mit Farben an, sondern mit der Frage, was jemand fühlen soll, wenn er zum ersten Mal auf deine Seite kommt. Wenn ich das weiß, wird das Branding passend, und meine Kund:innen zeigen ihre Marke plötzlich gerne, weil sie sich damit identifizieren können und stolz drauf sind.

Arbeitsprozess Nordau: handschriftliche Notizen und erstes Logokonzept in Klarsichthülle — Logo gestalten lassen Berlin, Markenauftritt gestalten, Grafikdesign Hotellerie
Nordau Poster in Orange mit Illustration und Wildblumen — Logo & Markenauftritt Berlin, Grafikdesign Hotellerie, Markenauftritt gestalten

Das Zeitfenster ist jetzt

Nicht in zwei Jahren, wenn KI-Avatare noch besser geworden sind und noch schwerer von echten Menschen zu unterscheiden, sondern jetzt, wo es noch einen Unterschied macht, wer schon bekannt ist und wer schon Vertrauen aufgebaut hat. Wer heute anfängt, seiner Marke ein echtes Gesicht zu geben und seiner visuellen Identität eine Haltung, hat morgen einen Vorsprung. Den kann man nicht prompten, weil es seine persönliche Geschichte ist und sich gezeigt hat und echt war, als es noch auffiel.

Bei Francesca weißt du das sofort. Ihr Name auf dem Etikett reicht, drei Sätze über ihre Bäume, 28 Euro, die sich richtig anfühlen. Bei deiner Marke: Was steht auf deinem Etikett?

Bist du bereit, deine Geschichte zu erzählen?

Wenn du merkst, dass deine Marke noch nicht zeigt, wer du wirklich bist, ist jetzt ein guter Moment. Ich helfe dir, das zu ändern.

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