Die Herausforderung
Dogear ist mein Beitrag zum Design-Brief »Dog Ear« von The New Brief, ein freies Projekt. Gesucht war die Identität für einen Second-Hand-Buchladen. Gebrauchte Bücher haben schon ein Leben hinter sich, und das darf man dem Auftritt ansehen. Der Name Dog Ear heißt auf Deutsch Eselsohr, der Knick, mit dem man sich die Stelle im Buch merkt. Das Logo musste auf einer Ladentür, einem Jutebeutel und einem Lesezeichen gleich gut funktionieren und so eigen sein, dass man es in einer Straße voller Läden wiedererkennt.
Meine Lösung
Ich habe lange mit dem Esel gezeichnet, mal frech, mal gemütlich, bis die Figur gepasst hat. Heraus kam ein eckiger Esel auf langen Beinen, in einem Rahmen mit dem Namen und 2nd Hand Books. Durch die handgemachten Linien wirkt das Logo ein bisschen wie ein Stempel. Für die Schrift habe ich die Schramberg gewählt, dazu kommen Bordeaux, Rosa und ein helles Blau. Das Corporate Design für den Buchladen besteht aus Dingen, die zu einem Buchladen gehören und die man gern mitnimmt. Streichhölzer liegen bei Büchern und Kerzen ohnehin gut, deshalb gibt es sie mit dem Esel an der Kasse, dazu Lesezeichen. Der Pullover ist fürs Team, denn wer den ganzen Tag zwischen Regalen steht, soll es gemütlich haben. Die gekauften Bücher gehen im Dogear-Jutebeutel nach Hause. Die blaue Karte mit den feinen Linien erinnert an die Ausleihlisten alter Büchereien und lässt sich genauso als Postkarte nutzen.
Das Ergebnis
Dogear sieht aus wie ein Laden, in dem man länger bleibt als geplant. Das Logo steht an der Ladentür und im Leseraum zwischen Regal und Lampe, und der Esel liest auf den Lesezeichen mit. Wer die Streichholzschachtel von der Kasse mitnimmt, erkennt den Esel später auf dem Jutebeutel wieder. So bekommt ein Second-Hand-Buchladen einen Auftritt, an den man sich erinnert. Was ein Logo für einen kleinen Laden kosten darf, habe ich im Journal aufgeschrieben. Wie sich Branding für eine Bäckerei anfühlt, zeigt BEAK.
Gedanken zum Projekt
Merchandise muss zur Marke passen, sonst ist es nur ein Logo auf irgendeinem Produkt. Bei einem Buchladen sind das Lesezeichen, Streichhölzer und ein Beutel für die Einkäufe, und genau diese Dinge wollte ich gestalten. Design-Briefs wie dieser geben ein klares Thema vor und lassen mir trotzdem alle Freiheit. Am meisten Spaß hat der Esel gemacht, vor allem die Frage, wie viel Charakter in vier Beinen und zwei Ohren steckt. Als Grafikdesignerin in Berlin entwickle ich Logo und Branding für Buchläden, Cafés und andere Lifestyle-Marken auf genau diese Weise, mit Skizzen, bis die Figur passt.